Stillberatung in Mülheim an der Ruhr

Stillprobleme verstehen. Lösungen finden, die zu euch passen.
Ich begleite dich in der Schwangerschaft, beim Stillstart und in jeder Phase eurer Stillbeziehung. Gemeinsam schauen wir genau hin, ordnen eure Situation fachlich ein und entwickeln konkrete Schritte, die zu deinem Baby, deinem Körper und eurem Alltag passen.
FSL Fachkraft für Stillen und Laktation®
FeS® Fachkraft für formulaernährte Säuglinge
angehende Physiotherapeutin
BFB bindungsorientierte Familienbegleiterin®
BFB Still- und Laktationsberater*in®
BFB Baby- und Kinderschlafberater*in®
BFB Beikostberater*in®

Wenn Stillen anders läuft als erwartet
Stillen ist natürlich, aber nicht immer automatisch leicht. Schmerzen, Unsicherheit, widersprüchliche Empfehlungen oder die Sorge, ob dein Baby genug Milch bekommt, können den Alltag schnell bestimmen. Du musst damit nicht allein bleiben und auch nicht erst warten, bis die Situation kaum noch auszuhalten ist.
In meiner Beratung bekommst du keine vorgefertigte Standardlösung. Ich nehme mir Zeit für eure Geschichte, beobachte genau und erkläre dir verständlich, was ich wahrnehme. Danach entscheiden wir gemeinsam, welche nächsten Schritte für euch sinnvoll und realistisch sind.
Wobei ich dich begleiten kann
Stillberatung
Unterstützung bei Schmerzen, Anlegeproblemen, Unsicherheiten zur Milchmenge, unruhigem Stillverhalten, Zufüttern, Pumpen, Stillhilfsmitteln, Stillstreik, Abstillen und vielen weiteren Fragen.
Stillvorbereitung
Eine individuelle Vorbereitung auf den Stillstart, damit du wichtige Abläufe kennst, typische Herausforderungen besser einordnen kannst und weißt, wann Unterstützung sinnvoll ist.
Formulaberatung
Herstellerunabhängige und fachlich fundierte Beratung für Familien, die Formulanahrung zufüttern oder ihr Kind vollständig damit ernähren. Mit Blick auf sichere Zubereitung, passende Einordnung und Responsive Feeding.
Beikostberatung
Orientierung für einen sicheren und entspannten Beikoststart. Ob Brei, Baby Led Weaning oder eine Kombination, entscheidend sind die Reife deines Kindes, Sicherheit und ein Weg, der zu eurer Familie passt.
Bindungsorientierte Begleitung bei häufigem Erwachen, schwierigen Einschlafsituationen, Veränderungen der Schlafumgebung und Fragen zum nächtlichen Stillen oder Füttern. Ohne Schlaftraining und ohne unrealistische Versprechen.
Schlafberatung
Über mich
Ich bin Jeannette Wortberg, Stillberaterin und angehende Physiotherapeutin aus Mülheim an der Ruhr. Meine Arbeit verbindet umfassendes Wissen zu Stillen und Säuglingsernährung mit einem wachsenden anatomischen und funktionellen Verständnis des Körpers.
Durch meine mehrmonatige Hospitation auf der Wochenbettstation, im Kreißsaal und in der Stillambulanz des Evangelischen Krankenhauses Mülheim habe ich sehr unterschiedliche Stillstarts und Familien begleitet. Diese Erfahrung prägt meine Beratung bis heute: ruhig, strukturiert, alltagsnah und ohne vorschnelle Erklärungen.
Für Fachkräfte
Gute Begleitung endet nicht an der eigenen Fachgrenze. Ich freue mich über den Austausch mit Hebammen, Kliniken, kinderärztlichen und therapeutischen Praxen, Frühen Hilfen und weiteren Fachpersonen aus Mülheim und Umgebung. Mein Ziel ist eine transparente Zusammenarbeit und eine passende Weitervermittlung, wenn ein Anliegen zusätzliche Diagnostik oder Therapie benötigt.
Du bist unsicher, welche Beratung zu eurem Anliegen passt?
Schreib mir kurz, wie alt dein Baby ist, worum es gerade hauptsächlich geht und aus welchem Stadtteil du kommst. Ich melde mich nach meiner Rückkehr und wir klären den passenden nächsten Schritt.
‼️Aktuelles
📖 Was gibts Neues im September & Oktober?
Fachlich beschäftige ich mich aktuell besonders intensiv mit den Themen Beikost und Kinderernährung. Derzeit vertiefe ich mein Wissen im Bereich vegane Beikost und pflanzenbasierte Ernährung von Säuglingen und Kleinkindern. Gerade bei einer veganen Ernährung kommt es nicht einfach nur darauf an, tierische Lebensmittel wegzulassen, sondern Nährstoffversorgung, Lebensmittelauswahl und Supplementierung von Anfang an gut im Blick zu behalten.
Zusätzlich beschäftige ich mich im Rahmen einer Fortbildung mit Ernährung in Betreuungseinrichtungen wie Kita, Krippe und Tagespflege. Für viele Familien entstehen spätestens mit dem Betreuungsstart ganz neue Fragen: Kann weiterhin gestillt werden? Wie kann abgepumpte Muttermilch mitgegeben werden? Wie lässt sich Formula sicher in den Betreuungsalltag integrieren? Wie gestaltet sich gesunde Ernährung von Kindern in Betreuungseinrichtungen? Und wie passen Beikost, Familienkost und die Mahlzeiten in der Einrichtung zusammen?
Genau diese Übergänge finde ich besonders spannend, weil Ernährung nicht plötzlich mit dem Ende der Babyzeit aufhört. Mein Ziel ist es, Fachpersonen und Familien auch hier mit aktuellen, fundierten und alltagstauglichen Informationen begleiten zu können.
Parallel läuft natürlich auch meine Ausbildung zur Physiotherapeutin weiter. Dort vertiefe ich mein Wissen zu Anatomie, Physiologie, Pathologien, Befunderhebung und funktionellen Zusammenhängen kontinuierlich weiter. Physiotherapeutische Behandlungen biete ich weiterhin nicht an.
Wissenswertes für Familien
Stillen ist natürlich, aber nicht automatisch einfach
„Stillen ist doch das Natürlichste der Welt.“ Diesen Satz hören Eltern ziemlich oft. Und grundsätzlich steckt darin etwas Richtiges: Stillen ist die physiologische Ernährungsform eines Säuglings. Schließlich sind wir Menschen Säugetiere. Und Säugetiere säugen ihre Jungen.
Trotzdem finde ich den Satz schwierig. Denn er kann schnell den Eindruck vermitteln, Stillen würde deshalb ganz automatisch funktionieren. Und genau das erleben viele Familien anders. Wenn das Anlegen schmerzt, das Baby beim Trinken ständig einschläft, die Gewichtsentwicklung Sorgen macht oder Unsicherheit über die Milchmenge entsteht, kommt schnell die Frage auf, warum etwas, was doch eigentlich ganz natürlich sein soll, bei uns nicht klappt. Und die Antwort ist meist wesentlich komplexer.
Wir wissen viel über Stillen und trotzdem fehlt oft die Orientierung.
Heute haben Eltern mehr Zugriff auf Informationen als wahrscheinlich jemals zuvor. Das bedeutet nicht automatisch, dass Entscheidungen leichter geworden sind.
Im Gegenteil: Rund um Säuglingsernährung gibt es eine enorme Menge an Empfehlungen, Erfahrungsberichten und Meinungen. Klinikpersonal sagt möglicherweise etwas anderes als die Hebamme, die Kinderarztpraxis gibt einen weiteren Hinweis und im Internet finden sich noch zehn zusätzliche Erklärungen.
Manchmal fehlen entscheidende Informationen. Manchmal sind Informationen veraltet oder schlicht falsch. Und manchmal gibt es so viele unterschiedliche Aussagen, dass kaum noch klar ist, was für das eigene Baby überhaupt relevant ist.
Dabei brauchen Eltern oftmals vor allem eines: Informationen, die fachlich korrekt sind und die eigene Situation berücksichtigen. Denn nur dann ist eine wirklich informierte Entscheidung möglich.
Unsere Vorstellung davon, was bei einem Baby „normal" ist, entsteht nicht nur durch Medizin
Auch unsere Umgebung prägt uns. Wie werden Babys in Büchern, Werbung, Filmen oder Illustrationen dargestellt? Wie werden Schwangerschaft, Mutterschaft und Elternschaft dargestellt? Welche Bilder sehen wir im Alltag?
Flasche und Schnuller gehören dort beispielsweise oft ganz selbstverständlich dazu. Ein stillendes Baby sehen viele Menschen dagegen deutlich seltener. Und wenn, dann meist in klaren stereotypen Bildern: Die Mutter selig zufrieden, zurückgezogen und allein mit ihrem Baby an einem ruhigen Ort. Diese Darstellung repräsentiert die Realität des Stillens nur zu einem sehr geringen Teil.
Das scheint zunächst nebensächlich zu sein. Es beeinflusst aber, was wir als vertraut und selbstverständlich wahrnehmen. Was ständig sichtbar ist, wird irgendwann zur gesellschaftlichen Normalität.
Genau deshalb ist Stillförderung für mich weit mehr als die Frage, ob eine einzelne Mutter ihr Baby stillt. Es geht auch darum, welche Bedingungen Familien überhaupt vorfinden und welche Formen der Säuglingsernährung gesellschaftlich sichtbar und unterstützt werden.
Biologisch betrachtet bringt ein Baby schon ziemlich viel mit
Ein gesundes, reif geborenes Neugeborenes startet nicht bei null. Babys verfügen über angeborene Reflexe und Verhaltensweisen, die für das Stillen wichtig sind. Sie reagieren auf Berührung und Geruch, suchen die Brust und besitzen die Fähigkeit zu saugen. Das ist der ziemlich smarte Teil ihrer biologischen Ausstattung.
Auch aus ernährungsphysiologischer Sicht ist das Stillen der Ausgangspunkt und nicht „das Extra“: Menschen gehören, wie bereits erwähnt, zu den Säugetieren, und Muttermilch ist die artspezifische Nahrung des menschlichen Säuglings.
Die gesundheitlichen Zusammenhänge des Stillens für Mutter und Kind wurden inzwischen umfangreich wissenschaftlich untersucht, und es gibt weiterhin neue Erkenntnisse.
Aber aus diesen biologischen Voraussetzungen folgt eben nicht, dass eine Stillbeziehung ohne Lernprozess entsteht.
Eine Mutter muss Stillen nicht „instinktiv können"
Wie halte ich mein Baby? Woran erkenne ich frühe Hungerzeichen? Wie sieht eine gute Positionierung aus? Trinkt mein Baby effektiv? Wann braucht es Unterstützung? Was kann ich machen, wenn es mal zu Herausforderungen kommt?
Mütter erhalten mit der Geburt nicht automatisch ein „Still-Update“ und tada – jetzt ist alles klar. Sondern Stillen besitzt neben der Biologie auch eine erlernte Komponente. Und genau hier hat sich unsere Lebenswelt stark verändert.
Viele Frauen sehen vor der Geburt ihres eigenen Kindes kaum andere Frauen stillen. Sie haben möglicherweise noch nie aus der Nähe beobachtet, wie ein Neugeborenes an die Brust findet oder wie unterschiedlich Stillen aussehen kann. Früher gehörten solche Erfahrungen häufiger zum normalen sozialen Umfeld. Frauen erlebten stillende Mütter innerhalb der Familie oder Gemeinschaft. Dadurch wurde Wissen von klein auf ganz nebenbei weitergegeben. Heute soll dieses Erfahrungswissen häufig innerhalb weniger Tage nach einer Geburt nachgeholt werden. Dass dabei Unterstützung notwendig sein kann, ist für mich deshalb nichts Außergewöhnliches.
Entscheidend ist nicht nur, ob eine Frau stillt, sondern auch, ob sie so stillen kann, wie sie es eigentlich möchte
Viele Frauen wünschen sich bereits während der Schwangerschaft zu stillen und beginnen auch nach der Geburt häufig damit. Trotzdem werden Stillbeziehungen teilweise früher beendet, als die Mutter ursprünglich geplant hatte. Dafür gibt es nicht die eine Ursache. Aber zu den häufigsten zählen Schmerzen, Probleme beim Stillmanagement, Unsicherheit über die Versorgung des Babys, widersprüchliche Empfehlungen, fehlende fachliche Begleitung und das Fehlen eines unterstützenden Umfeldes.
Und hier liegt ein für mich wichtiger Unterschied: Eine Familie kann sich nach vollständiger Information bewusst gegen das Stillen oder für ein früheres Abstillen entscheiden.
Oder: Eine Mutter beendet eine Stillbeziehung, obwohl sie eigentlich gerne weitergestillt hätte, weil ihre Schwierigkeiten nicht ausreichend erkannt oder begleitet wurden. Das sind zwei völlig unterschiedliche Situationen.
Deshalb bedeutet Stillförderung für mich nicht, Eltern eine bestimmte Entscheidung vorzuschreiben. Im Gegenteil. Eltern sollten wissen, welche Möglichkeiten sie haben, welche gesundheitlichen Zusammenhänge bekannt sind und wo sie Unterstützung bekommen können. Danach entscheiden sie selbst. Denn jede Familie ist einzigartig und so auch ihr Weg.
Gleichzeitig darf aber auch ausgesprochen werden, dass Stillen die physiologische Ernährungsform des menschlichen Säuglings ist. Das ist keine moralische Bewertung von Familien, die Formula verwenden. Industriell hergestellte Säuglingsnahrung ermöglicht eine sichere Ernährung, wenn ein Säugling nicht oder nicht vollständig mit Muttermilch ernährt wird.
Beides gleichzeitig auszusprechen, ist kein Widerspruch.
Warum Sprache eine bedeutende Rolle in unserer Wahrnehmung spielt
Schauen wir uns ein Beispiel an: die häufig verwendete Formulierung „Vorteile des Stillens“. Das klingt zunächst harmlos und durchweg positiv. Sprachlich setzt ein „Vorteil“ aber immer einen Vergleich voraus.
Wenn wir ausschließlich von Vorteilen der Muttermilch gegenüber Säuglingsnahrung sprechen, kann dadurch unbemerkt der Eindruck entstehen, industriell hergestellte Nahrung sei der Ausgangspunkt und Stillen eine zusätzliche Verbesserung.
Physiologisch betrachtet ist die Perspektive aber eine völlig andere. Stillen und Muttermilch bilden den biologischen Referenzpunkt. Das bedeutet nicht, dass Eltern, die Formula geben, etwas „Falsches“ tun. Es beschreibt lediglich, von welchem physiologischen Ausgangspunkt Vergleiche vorgenommen werden.
Daher spreche ich von gesundheitlichen Auswirkungen auf Mutter und Kind und nicht von „Vorteilen“. Stillen ist nicht das „Extra“. Stillen ist die Basis.
Gute Stillbedingungen entstehen nicht allein im Wohnzimmer
„Stillen ist sehr persönlich.“ Das hört man oft. Und ja, natürlich sind Mutter und Kind diejenigen, die ihre Stillbeziehung gestalten. Und dennoch ist Stillen nichts rein Persönliches. Denn es wird maßgeblich von gesellschaftlichen Bedingungen beeinflusst.
Gibt es ausreichend kompetente Unterstützung? Wie gut werden Familien nach der Geburt begleitet? Kann eine Mutter in ihrem Umfeld selbstverständlich stillen? Welche Informationen bekommt sie? Wie werden Stillen und Säuglingsnahrung öffentlich dargestellt?
Deshalb besitzt Stillförderung eine wesentliche gesellschaftliche und gesundheitspolitische Dimension. Stillförderung geht uns alle etwas an, nicht nur die Mutter, die ihr Kind stillt. Es reicht nicht, von einzelnen Frauen zu erwarten, dass sie einfach „durchhalten“. Wenn Stillen unterstützt werden soll, braucht es Rahmenbedingungen, die es tatsächlich ermöglichen.
Stillen ist nur nur eine Frage von Nahrung
Wie Babys ernährt, beruhigt und betreut werden, hat sich im Laufe der Geschichte immer wieder verändert. Kulturelle Vorstellungen, gesellschaftliche Rollen, medizinisches Wissen und technische Entwicklungen haben darauf ebenso Einfluss wie Vorstellungen darüber, was Babys brauchen und wie Eltern mit ihnen umgehen sollten.
Deshalb taucht Stillen bis heute nicht nur in medizinischen Diskussionen auf, sondern auch in Debatten über öffentliche Gesundheit, Familie und Kindererziehung. Und dabei ist wichtig:
Ihr müsst keinem Ideal entsprechen. Ihr solltet wissen, welche Möglichkeiten ihr habt. Und ihr solltet die Unterstützung bekommen können, die ihr für euren Weg braucht.




